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++ Bericht Hessenmeisterschaft ++

Bild: Silas Koch

Die Halbfinal- und Finalkämpfe in den verschiedenen Altersklassen der Olympischen Boxer fanden am Wochenende vom 06. und 07. Oktober in der Sporthalle ´Am Ried` in Gießen-Wieseck statt.

Relativ gutes Zuschauerinteresse begleiteten die diesjährigen Endkämpfe der Hessischen Meisterschaften in allen Altersklassen. Ein großen Dank geht an die Ausrichter vom noch relativ jungen Gießener Box-Verein „Uppercut“, dessen Leitung Eugen Mamberger und Björn Geier keine Mühen gescheut hatten, ein hervorragendes Ambiente zu schaffen und die anreisenden hessischen Vereine nach zwei kampfreichen Wochenendtagen zufrieden wieder nach Hause reisen zu lassen.

Diese hessischen Einzelmeisterschaften waren -nachdem die Endkämpfe der Deutschen Meisterschaften aller weiblichen Altersklassen (Ü12) bereits im Vormonat stattgefunden hatten- vor allem für die männlichen Altersklassen von Bedeutung, weil deren DM-Endkämpfe schon in wenigen Wochen, nämlich vom 30.10. -03.11. in Moers (U21), 20.-24. November in Köln (U18) und 04.-08.12. in Mülhausen/Thüringen (Männer-A-Elite, Ü 18) erst noch unmittelbar bevorstehen.

Deshalb galt es besonders, einen Blick auf den Auftritt der Boxer in diesen Altersklassen zu richten.

In der „Noch“-Juniorenklasse, die kommende U18-Altersklasse, konnten die Boxer aus Gießen (Nikita Brenkmann, 52 kg), Mohammed Hassoun ((Kostheim, 57kg), Kerim Eryilmaz (BSV 93 Kassel, 60kg), Luis Seibel (1.BC Marburg, 66 kg) und auch Danylo Demschenko (ABV Taunusstein, 70 kg) mit guten Leistungen auf sich aufmerksam machen.

In der Jugend-U19, der kommenden U21-Altersklasse, zeigte im Halbweltergewicht der Wiesbadener Bejaan Ayubi bei seinem einstimmigen Punktsieg über den starken Kasseler Steven Mundt, dass mit ihm in Zukunft gerechnet werden kann.

Im Weltergewicht kam es zu einem der besten Kämpfe des gesamten Wochenendes. Der mehrfache DM, Frank Kilp von der TG 75 Darmstadt, kam mit leichtem Übergewicht angereist und vergab damit den Gewinn des Hessentitels. Den sicherte sich damit sein das Limit von 69 kg bringende Gegner Abdul Boni vom BR Condor Limburg. Der Kampf fand trotzdem statt und Frank Kilb zeigte seine boxerische Klasse besonders in den ersten beiden Runden. Boni boxte zwar auf Augenhöhe mit, konnte aber erst in der 3. Runde endlich zeigen, welches Potential in ihm steckt. Seine sauber gestoßenen Schlaghandgeraden fanden jetzt ein paar Mal sein Ziel, doch das war zu wenig, denn der einstimmige und verdiente Punktsieg gehörte dem agileren Südhessen Frank Kilp.

Auch im Jugend-Mittelgewicht der U19-Jugend und damit der kommenden Männer-U21-Klasse wurde hervorragender Boxsport gezeigt. Alexander Okafor von der Boxcompanie Nordwest FFM boxte seinen starken Gegner Musawer Anwari von der TG 75 Darmstadt klassisch aus und das mit sehenswerten genauen Geraden nach der Ausweichbewegung.

In der Männer-A-Eliteklasse (über 10 Siege) traf im ersten Weltergewichtshalbfinale, in der diesmal leichtesten (!) Gewichtsklasse (bis 69 kg), die jemals bei den Männer-A-Meisterschaften ausgeboxt wurde, der Neustädter Lukas Brauschke (gewann im Viertelfinale kampflos über den Limburger Jakob Adami) auf den schon in der Bundesliga eingesetzten Darmstädter Henry Grün. Der hart umkämpfte Sieg mit 3:2-Richterstimmen ging nach Südhessen.

Im anderen Halbfinale des A-Weltergewichts gewann ein sehr starker Boxer und letztjähriger bulgarischer Meister, Alexey Alhamantchuk (BC Osthessen), zunächst ebenso einstimmig über den letztjährigen Halbweltergewichts-meister Atilla Sendinc (TG Hanau) wie im Finale gegen Henry Grün aus Darmstadt. Das Auftreten des Osthessen war in jeder Phase des Kampfes sehr kontrolliert und sicherte ihm einen souverän erkämpften erstmaligen Hessentitel.

Im Mittelgewicht der A-Klasse wurde ebenfalls guter Boxsport in einem anfänglichen „Dreierfeld“ geboten. Der Kesselstädter Sercay Cömert hatte seinen Finalgegner Daniel Büyükbalik schon eine Woche zuvor im Viertelfinale besiegt. Nachdem Büyükbalik am Samstag dann im Halbfinale den Korbacher mit überraschendem WO besiegte, kam es zum erneuten Duell Cömert-Büyükbalik. Der Kampf war sehr sehenswert, denn Cömert verstand es erneut, dem unbändigen offensiven Kampfeswillen des Lokalmatadoren klassisch zu begegnen. So sehr sich Büyükbalik auch bemühte, Cömert war „auf der Hut“ und immer einen Tick schneller. Sein Ausweichen und Kontern war „Extraklasse“ und lässt für die Zukunft hoffen. Cömerts einstimmiger Punktsieg gegen den nie aufsteckenden und mit dem „Willen eines Tigers“ operierenden Boxer der Gastgeber war am Ende einstimmig.

Im Halbschwergewicht hatte der Erstligaerfahrene und hochfavorisierte Limburger Branimir Melenica doch mehr Arbeit zu verrichten, als er vorausgeahnt hatte. Der Nordend-Offenbacher Christian Aslanov wurde zwar in der ersten Runde klar in die Defensive gedrückt, doch konnte er im Verlaufe des Dreirunders die hart geschlagenen geraden Verbindungen des Domstädters nun besser gedeckt kompensieren und sich mit gelegentlichen Gegenattacken ein wenig Luft verschaffen. Der Punktsieg des Favoriten „von der Lahn“ war aber am Ende nur Formsache.

Während sich im Schwergewicht in der A- bzw. Eliteklasse kein hessischer Boxer dem Wettkampfgeschehen stellte, machte in der B-Kategorie der Kostheimer Jan Weight auf sich aufmerksam und zeigte mit einem klaren Sieg über den starken Polizei-SV-Boxer Vedad Raskoviv, der schon im Halbfinale tags zuvor hervorragende Siegarbeit gegen den ebensfalls stark auftretenden „Riesen aus Osthessen“ (Justin Taylor) geleistet hatte, dass in Zukunft mit ihm gerechnet werden kann.

Im Superschwergewicht sollte es am Sonntag zwischen dem Halbfinalsieger am Tag zuvor, dem Hochheimer Hicham Adou und dem favorisierten Kostheimer Cyrill Kanka einen sehenswerten und würdigen Abschluss der diesjährigen Hessenmeisterschaften geben, doch der Favorit verletzte sich unglücklich und Hicham Adou konnte sich nach hervorragender Leistung mit klarem Punktsieg im Samstag-Halbfinale gegen den Offenbach Muad Al Sammouri verdientermaßen am Sonntag den Meistergürtel umhängen.

 

Bericht: Ronald Leinbach

Hessischer Boxverband e.V.
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